Die Quagga-Muschel ist auf dem Vormarsch

Die Muschel sorgt für massive Probleme in unseren Seen

Die Quagga-Muschel (Dreissena rostriformis bugensis) ist eine recht kleine, mandelförmige Dreikantmuschel mit einer Schalenlänge von bis zu vier Zentimetern. 

Ihre dunkel-hell gestreifte Schale erinnert an das Muster eines Quagga-Zebras. Die Quagga-Muschel ähnelt der bereits etablierten Zebra-Muschel stark und ist für Laien kaum eindeutig von dieser zu unterscheiden.

Im Fünf-Seen-Land teilweise bereits aufgefunden oder zumindest als eDNA im Freiwasser nachgewiesen. Die Beprobung erfolgte über das LfU/Muschelkoordinationsstelle, war aber nur einmalig. Monitoringmaßnahmen obliegen nun dem Landkreis. 

Die Muschel sorgt für massive Probleme und daher muss neben der Bekämpfung vor allem die Eindämmung der Invasion im Fokus stehen. Denn die Muscheln verstopfen Wasserleitungen, beschädigen Boote und können mit ihren scharfkantigen Schalen sogar Badegäste verletzen. Zudem fressen Quagga-Muscheln Plankton, also mikroskopisch kleine Wasserlebewesen. Das wiederum fehlt dann den Fischarten, die sich von Plankton ernähren. Die Bestände gehen zurück, das Ökosystem kommt durcheinander. Die Glochidien hängen sich an jede Oberfläche und überstehen Trockenheit sehr gut. Starkes Gefälle und steiniges Substrat im See fördern das Wachstum der Population (Ammersee) wohingegen schlammige, flache Gewässer weniger stark besiedelt werden. Cypriniden fressen die Muscheln und Larven im Flachwasserbereich, weil ihre Schalen nicht dick sind, aber der Cypriniden-Bestand im Ammersee ist zu klein. 

Die Larven (Glochidien) dürfen nicht von einem Gewässer in ein anderes verschleppt werden. Am Chiemsee läuft ein Monitoringprogramm, dessen Ergebnisse für alle Seen in Bayern relevant sein könnten. Eine bayerische Präventionsstrategie wird aktuell ausgearbeitet.

So sieht die Quagga-Dreikantmuschel aus:

So sieht die Quagga-Dreikantmuschel aus:

Die KLAR-Regeln sind einfache Vorsichtsmaßnahmen, um die Verschleppung invasiver Arten zu verhindern:

K – Kontrollieren

War die Ausrüstung in den letzten fünf Tagen in einem anderen Gewässer? Wenn ja, sind Maßnahmen notwendig.

L – Leeren

Restwasser vollständig entfernen – aus allen Teilen, Hohlräumen, Booten, Behältern und Ausrüstungsgegenständen. Restwasser darf nicht in den See abgelassen werden.

A – Abspülen

Wenn möglich, die Ausrüstung zu Hause mit klarem, heißem Wasser reinigen und anschließend mit einem Tuch abtrocknen.

R – Ruhen lassen

Die Ausrüstung mindestens fünf Tage vollständig trocknen lassen. Danach ist sie wieder bedenkenlos nutzbar

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